Aqua geographia Nr. 24

ABENTEUER & ENTDECKUNGEN

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EDITION 2003/2004

 

Jeder kennt Seepferdchen, die in den meisten Meeren vorkommen, und weiß, dass sie vom Aussterben bedroht sind aber kaum jemand weiß, dass sie auch im Süßwasser leben! Wir sind den Geschichten nachgegangen und haben noch viel mehr entdeckt (S. 190).

Foto: Seepferd-Männchen (Hippocampus algiricus)

 

 

 

 

Aquatische Habitate in gemäßigten Zonen:
DAS WATT
Text u. Fotos: Armin Maywald
(S. 6-24)
“… Die Schnittstelle zwischen Land und Meer erweckt in den meisten Menschen geistige Vorstellungen von Wellen, die über sandige Strände brechen oder gegen Felsenklippen schlagen. Aber stellenweise ist Land und Meer auch intimer miteinander verbunden; etwa durch Flachwassergebiete, Salzmarschen, Sandbänken und Schlickbereichen entlang Tieflandküsten und durch Gebieten wo Flüsse ins Meer münden. Das Wattenmeer, im Bereich der Nordseeküste von Dänemark, Deutschland und den Niederlanden, geschützt gegen die stürmische Nordsee durch eine Inselkette, ist ein riesiges und einzigartiges Beispiel für so einen Lebensraum. Viele Menschen vermeiden diese flachen, ungastlichen und vielfach auch gefährlichen Gebiete – aber für die Tierwelt, über und unter Wasser, sind sie geradezu ein Paradies.  Hier bringen wir Ihnen den ersten Teil einer eingehenden Untersuchung, zusammen mit bestechenden Fotos, von unserem freien Mitarbeiter Armin Maywald …”

ANTARKTIS
Fotos: Franco Banfi, MNA, Genua, u. ag Archiv – Text: MNA, Genua, und Franco Banfi
(S. 154-181)
“… Wie setzen sich die Eismassen zusammen ? Was lebt darin ? Wie ist die Biosphäre des 6. Kontinents gestaltet ? Das ag-Team verschafft einen Einblick in diese und andere Fragen – in Zusammenarbeit mit dem Museo Nazionale dell’Antartide in Genua und auf der Grundlage seiner Veröffentlichungen in „The Antarctic Continent“. Wir haben keine Mühen gescheut, Einzelheiten über die hoch interessante Entwicklung der  Fische zu recherchieren – deren Ursprung im Süßwasser anzusiedeln ist. Sie leben zwar heute größtenteils im Brack- und Salzwasser, aber ironischerweise unter der größten Süßwasserreserve der Erde. Und sie haben sich an Bedingungen angepasst, die auf unserem Planet einmalig sind. Auch über die Süßwasserseen wird berichtet. Es folgt ein Blick auf die antarktische Vogelwelt, die Pinguine eingeschlossen. Und abschließend wird über das berichtet, wovon sich praktisch alles ernährt – den Anfang der Nahrungskette (vom Plankton abgesehen): den Krill. Aber ganz zum Schluss haben wir noch ein ganz besonderes „Schmankerl“ für alle Naturfreunde: Unser freier Mitarbeiter Franco Banfi – von dem die meisten Fotos stammen – hat eine Reise unternommen, die uns die eisige Unterwasserwelt offenbart! …”

Abenteuer und Forschungsreisen:
NHAMUNDÁ-BRASILIEN
Text u. Fotos: Heiko Bleher
(S. 29-57)
“… Nhamundá war ursprünglich der Name eines Indianerstammes (der ausgestorben ist) und nach ihnen nannte man auch den Fluss, an dem sie lebten. Der spanische Eroberer Francesco de Orellana – der als erster den Amazonas bereiste – erreichte die Mündung des Nhamundás um 1541 und fand in dem Indianerort nur Frauen vor (die Männer waren auf der Jagd), die sich zur Wehr setzten. Im Logbuch schrieb man, dass nha soviel wie Männer und mundá holen heißt und schloss daraus, dass es sich um Amazonen handelt (weshalb man 1555 auch dem größten Strom der Erde diesen Namen gab…)…”

THREE HUMMOCK ISLAND
Fotos: Natasha Khardina u. Heiko Bleher – Text: Heiko Bleher
(S. 98-127)
Es gibt Menschen auf unserem Planeten, über die in allen Medienformen geredet wird – sie werden auf ein hohes Podest gestellt, man ‘macht’ sie wichig und populär. Aber meistens steckt kaum etwas – oft überhaupt nichts – dahinter. Nichts, was nicht alltäglich ist, nicht schon tausend- oder millionenfach dagewesen ist. Wir werden ‘überschüttet’ mit Banalitäten, taglich 24 Stunden lang, ob am TV, im internet, über die Tageszeitungen oder in Tausenden von Zeitschriften am Kiosk oder Millionen von Büchertiteln jährlich. Nachrichten und Informationen über nichtssagende Politik – oder Politiker –, Biographien, die man besser nie geschriben hätte, Abenteuer, die keine waren, neue Entdeckungen von oder über etwas, das seit langem bekannt ist (aber das ‘Neue’ zieht nun einmal!), Erlebnisse oder Geschichten, die ganz alltäglich – oder gar erfunden sind. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, zum Glück, wenn sie auch leider in der Medienflut unterzugehen drohen. Und genau von so einer Ausnahme – von einer ganz außergewöhnlichen Geschichte – möchte ich hier berichten, möchte schildern, wie es passiert ist und was daraus geworden ist. Das Nachlesen lohnt sich genauso wie das Anschauen – oder besser das Miterleben …”

PRÄKOLUMBIEN
Text u. Fotos: Heiko Bleher – Zeichnungen: Andrea Maturi
(S. 190-211)
“… Wenn man an das präkolumbische Amerika denkt, denkt man gewöhnlich an die Vorgeschichte eines noch jungen Kontinentes – an die sogenannte Neue Welt – und an die späte Besiedlung, die jeden Vergleich mit der Alten Welt unmöglich macht. Aber seit der Anwendung der Radiokarbon-Datierungmethode verschob sich die Chronologie immer weiter in die Vergangenheit, bis sie mit der der Alten Welt vergleichbar wurde. Inzwischen wissen viele, dass weder die Kunst Ägyptens, Griechenlands, Roms, Chinas, oder Japans, nicht einmal die einen ganzen Subkontinent umfassende Kunst Indiens oder die über weite Gebiete verbreitete Kunst des Islams die Vielfalt und den Umfang der Präkolumbischen Kunst erreicht hat. Aber kaum, dass die Einwanderungswelle Amerikas etwa zeitgleich stattfand wie die europäischen – möglicherweise sogar früher. Auch nicht dass präkolumbische Bauherren Monumentalbauten und Treppenpyramiden konstruierten schon zur Zeit als ganz ähnliche in Mesopotamien, Ägypten oder in China errichtet wurden. Und, obwohl über die Verehrung verschiedener Götter, denen man Opfer bringen musste, sehr viel  bekannt ist, wissen wir praktisch nichts von der göttlichen Verehrung   einer oder mehrerer Fischarten, geschweige denn über die von Seepferdchen…  Der Autor, Heiko Bleher, hat jahrzehntelang weltweit recherchiert und mit der Hilfe verschiedener  archäologischer Museen zum Teil neue Funde zusammengetragen. Er bringt uns seine  Zusammenfassung, und der Italienische Maler Andrea Maturi hat  dazu an vielen Plätzen – vor Ort und in  Museen – Gemälde und Skizzen angefertigt. (Zeichnung: Quetzacoatl, Windgott der Azteken, unter den Mayas war es der Kukulkan) …”

MOÇAMBIQUE – DIE VORSCHAU
Text u. Fotos: Heiko Bleher
(S. 212-225)
“… Faszinierendes Moçambique: Flora und Fauna sind immer noch wenig bekannt. Auf einer 9.000 km langen Reise erforschte Heiko Bleher die Tier- und Pflanzenwelt; entdeckte Unterwasserfarne (links), viele Fischarten, Amphibien, Reptilien, Vögel, Elefanten, Nilpferde u. v. m. – und besuchte  die Ureinwohner nach fast 30 Jahren Krieg. Auf 6 Doppelseiten werden hier die Schwerpunkte seiner Expedition mit Rand-Notizen präsentiert. Der vollständige  Bericht folgt …”

Fisch-Geschichten
BLAUER HECKEL-DISKUS
Text u. Fotos: Hans-Georg Petersmann
(S. 58-63)
“… Im Zusammenhang mit unserem Artikel Nhamundá erzählt uns der weltbekannte Fotograf, Autor und freie Mitarbeiter von ag, Hans-Georg Petersmann seine Version vom fast flächig Blauen Diskus vom Rio Nhamundá. Und wie er dazu kam …”

Einmalige Natur
METEORITEN
Fotos: Massimo Brega – Text: Stefano Mirone
(S. 66-80)
“… Stammt unser Leben auf der Erde aus dem All? War der Mars belebt, lange bevor die allererste Lebensform auf unserem Planeten vor etwa 1,6 Milliarden Jahren entstand? Gibt es doch extraterrestrische Lebensformen? Die Antwort darauf kann bisher keiner mit Sicherheit geben. Aber dass es Leben auf dem Mars gegeben hat, ist längst bewiesen. Die neuesten fantastischen Fotos der NASA zeigen deutlich, dass es Wasser, große und kleine Seen und Ströme, vor Urzeiten dort gab – die Grundlage für  alles Lebende. Unsere Mitarbeiter recherchierten und haben möglicherweise eine Antwort auf uralte Fragen gefunden. Lesen Sie selbst – vielleicht ist der Hollywoodfilm “Der Rote Planet” der Wahrheit näher, als es die Wissenschaft ahnt …”

Geheimnisvolle Welt unter Wasser:
SCHNECKENZAUBER
Fotos: Solvin Zankl – Text: Kathrin Pläcking
(S. 81-84)
“… Zarte Linien, bizarre Formen und wunderschöne Farben offenbaren Meeresschnecken dem geduldig Suchenden auf den Bahamas. Wer hätte soviel Anmut, soviel Fantasie bei Schalentieren vermutet? Eine Karibische Geschichte unterwasser …”

Bedrohte Kulturen und Regionen
HAITAUCHEN IN NORTH CAROLINA
Text u. Fotos: Wolfgang Pölzer
(S. 86-90)
“… Kaum kehrt unser freier Mitarbeiter, Wolfgang Pölzer, mit spetakulären Aufnahmen des Sandtigerhaies aus North Carolina zurück, als gleich zwei fatale Hai-Attacken ganz in der Nähe wo er tauchte, die Welt erschüttern. Ein 10 jähriger wurde auf dem Surfbrett liegend angebissen – mit Sicherheit dachte der Hai es sei ein Seelöwe (siehe ag 11 mit ausführlichem Bericht über Haiangriffe) – und verblutete. Vor Avon ist ein Paar, im metertiefen Wasser laufend, angegriffen worden. Der Mann wurde schwer verletzt und starb an Herzstillstand, die Frau verlor einen Fuß und trug schlimme Hüftwunden davon. Diese Hiopsbotschaften gingen natürlich durch alle Medien und die amerikanischen Strände waren wieder einmal – wie bei Jaws – leergefegt. Der Hai wurde erneut zum menschenfressenden Ungeheuer abgestempelt. Nur das es seit 1957  vor North Carolinas Küste keinen fatalen Angriff mehr gab, davon redet niemand. Auch nicht das weltweit in 2000 zwar 79 Angriffe registriert wurden, aber nur 10 tötlich ausgingen. Noch das ein Mensch erst 30 Mal von einem Blitz getroffen sein muß bevor er einem Haiangriff unterliegt. Man ist sich anscheinend auch immer noch nicht klar darüber, daß ganz sicher Haie nicht Menschen fressen – aber umgekehrt immer massiver. Die Hong Kong Chinesen allein importierten im Jahr 2000 4.951 Tonnen Haifischflossen – 1990 waren es noch 3.838 Tonnen. Global sind rund 10.000 Tonnen letztes Jahr gehandelt worden, was etwa 50 Millionen Haien das Leben gekostet hat – da gegenüber stehen 10 Menschen Leben… Das soll bei wahr nicht Menschenleben niedriger als ein Hai stellen, nur man sollte an all das denken, bevor man Haie wieder als Fressmaschinen verdammt. Ebenso wenig das sie seit über 400 Millionen Jahren unseren Planeten bevölkern – also lange vor uns da waren – und die Spitze der Nahungskette im Meer bilden. Das ihre Fortpflanzung wesentlich langsamer ist als die des Menschen und es immer mehr von unserer Spezies gibt, aber die Haie verschwinden. Viele der kaum 400 Arten sind erst seit den 50ziger Jahren vom Aussterben bedroht oder Geschichte – nur weil ihre Flossen in der Suppe zu einem Statussymbol geworden sind und allein die Bewohner Hong Kongs heute mehr Haifischflossen essen als je zuvor. Auch im Land des erwachenden Riesen sieht es nicht anders aus: Vor kurzem hat man in einem Beijinger Warenhaus eine größere Haifischflosse für 20.000 Mark verkauft. Da ist es kein Wunder, daß die gnadenlose Jagd auf die letzten ‘Fressmaschinen’ unvermindert fortgesetzt wird trotzt aller Schutzmaßnahmen – oder gerade deswegen? Aber, genießen Sie jetzt die schönen Aufnahmen – wir hoffen es sind nicht die letzten – von Wolfgang Pölzer  und seinen Bericht, über und mit einem  der ‘Meeresungeheuer’ …”

KULTURELLE BRÜCKEN AM AMUR
Text u. Fotos: Graham Simmons – Zeichnungen: ag Archiv
(S. 128-140)
“… Die Ul’chi, Nanai und Nivkh sind drei der mehr als zwanzig  Ureinwohnerstämme im russischen Fernen Osten. Jetzt, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, kehren sie zu ihrem ehemaligen Glauben und Lebensstil, sowie zu ihrer traditionellen wirtschaftlichen Grundlage von Jagd, Fischfang und Sammeln, zurück. Ein positiver Wandel in der Region, aber leider nicht in der Unterwasserfauna des Amurs, wo der Fischbestand stark gefährdet ist. Nur noch in den Nebenflüssen, wie dem Gorin, oder im Bolon- See können noch gute Bestände nachgewiesen werden. Der Amur beherbergte einst über 108 Arten, mehr als irgendein anderer russischer Fluss. Aber durch die katastrophale Verschmutzung unter den Sowjets und den illegalen Fang sind die Fische auf ein Minimum reduziert. ‘Sollte die Wilderei jetzt weitergehen, kann es dazu kommen, dass die Bestände völlig erschöpft werden’, sagt Vladimir Belyayev, Leiter der Khabarowsk-Zweigstelle des Pazifischen Fischerei-Forschungsinstituts …”

HIRI MOALE FESTIVAL
Text u. Fotos: Franco Banfi
(S. 25-27)
“… Als Teil der jährlichen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Papua – Neuguinea zelebriert das Hiri-Moale-Fest die alljährlichen Handelsreisen der Motu- und Erema – Volksstämme aus der Zentralprovinz, über den Golf von Papua; Reisen, die bis zum Ausbruch des 2.Weltkrieges im Pazifik stattfanden. Über viele Monate hin fertigten die Einwohner der Motu-Dörfer entlang der papuanischen Küste  Lehmtöpfe an, die dann gegen Sago eingetauscht wurden; das war lediglich ein Aspekt eines komplizierten und recht fragilen Handelsnetzes, das die küstennahen Dörfer mit denen des Hinterlandes verband; von Daru im Westen bis zur Milne Bay im Osten …”

Portfolio
GRIGORJ AUS TASCHKENT
Text u. Fotos: Heiko Bleher
(S. 92-97)
“… Es gibt Menschen auf unserer Erde, die vollkommen anders sind als man es sich vorstellen kann. Der usbekische Vegetarier Grigorj aus Taschkent ist sicher ein solcher – wenn nicht sogar ein Unikum. Er sagt von sich selbst ‘Ich male seit 30 Jahren, aber habe noch nichts verdient mit der Malerei. Um diese zu finanzieren, züchte ich Wasserpflanzen…’. Sein Atelier (oben) ist direkt neben der Aquarienanlage (rechte Seite) und er malt überwiegend mit Ölfarben, macht aber auch Aquarelle. Er lebt in einem Land, das seine 10jährige Unabhängigkeit gerade gefeiert hat und jetzt erst durch den Krieg in Afghanistan ‘bekannt’ geworden ist…”

Biologie
SEEVÖGEL II
Fotos: Eric Herbert, Alan C. Shears, u. ag-Archiv – Text: Eric Herbert
(S. 146-152)
“… Vögel, die auf Meereswellen wandern? Mutter Careys Hühner (engl. Mother Carey’s Chickens)? Röhrennasen? Man könnte Ihnen verzeihen wenn Sie jetzt meinen, dass solche Kreaturen nur in einer sehr entfernten Ecke der Erde leben. Jedoch in Wirklichkeit findet man sie bereits (zu mindestens zu einem Teil des Jahres) bereits auf den Klippen und Küsten der dem englischen Festland vorgelegenen Inseln. Ornithologe und Fotograf Eric Herbert gibt uns hier eine Einführung zu der am Wenigsten bekannten Gruppe englischer Seevögel, den Sturmvögeln …”

Mythen und Legenden
FISCHMYTHEN DER WELT VI
Fotos: Josef Guter u. ag Archiv – Text: Josef Guter
(S. 182-188)
“… Die frühen Christen gebrauchten das Bild des Fisches als Heilsymbol und als geheimes Erkennungszeichen. Der Kirchenschriftsteller Tertullian schrieb sogar im 2. Jahrhundert nach Christus: ‘Aber wir Fischlein werden gemäß unserem ichthys (= Fisch) Jesus Christus im Wasser geboren’. Natürlich meinte er damit die Taufe und wusste nicht das wir tatsächlich aus dem Wasser kommen und von den ersten Wirbeltieren die unseren Planeten bevölkerten, den Fischen, ursprünglich abstammen. Allerdings glauben es viele bis heute nicht… Dies ist die letzte Episode jahrelanger Recherchen über die
Fisch Mythen …”

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